Wenn die Tage kühler und schneller von der Dunkelheit eingeholt werden, kommt regelmäßig die Zeit der vielen unterschiedlichen Heimtrainer und Radergometer. Alle versprechen das Optimum für den persönlichen Bedarf zu geben … doch was ist dran an den vielen Versprechungen?

Welcher Ergometer oder welcher einfache Rad-Heimtrainer hält auch wirklich das Versprochene?
Es gibt hier ein paar grundlegende Fakten, mit denen ein jeder das passende Gerät für die eigene Gesundheit / den eigenen Bedarf finden kann. Angefangen bei der Ausstattung, geht es nahtlos weiter zu den vorinstallieren Programmen, bis hin zum (oftmals wichtigsten Grund), dem Preis. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten, welche beim Kauf eines Ergometers von Ausschlag sein sollten.

Display, Informationen, Training und benötigte Minimal- und Maximal-Wattzahl …

Am Anfang steht auf jeden Fall mal die Entscheidung, ob es ein normaler Heimtrainer oder der etwas anspruchsvollere Ergometer sein soll. Gewonnen hat hier eindeutig der Ergometer. Denn, während bei den normalen Rad-Heimtrainern nur ein ungenauer Tachometer mit Informationen versorgt, hat man bei einem Ergometer zahlreiche Möglichkeiten des Informationsflusses. Wenn man zum Beispiel allein die Wattanzeige des Ergometers nimmt, sollte man auf jeden Fall ein solches Gerät verwenden – denn nur diese Wattanzeige ist genormt und somit auch für ein zielgerichtetes Training verwendbar. Ungenormte Anzeigen geben falsche Werte und falsche Werte erzeugen einen falschen Trainingszustand. Ebenso sollte man hier auf die Maximal- und Minimal-Wattgrenzen achten. Ein gutes Ergometer-Gerät sollte die Grenzen nach unten von 350 Watt nicht unterschreiten. Ebenso sollte ein Ergometer für das leistungsorientierte Training eine Maximal-Wattzahl von 500-600 Watt haben. Nur so kann ein ausgewachsener Mann eventuell auch mal ein leistungsorientiertes Intervalltraining absolvieren.
Weiter hat der Ergometer aufgrund seines perfekten Gleichlaufes durch die hohe Schwungmasse ein großes Plus an Trainings-Ergonomie zu verzeichnen.

Der Ergometer als vollwertiger Rennradersatz …

Doch nicht nur die perfekte Kombination auf Wattanzeige, Schwungmasse und Trainingseffekt lassen die Entscheidung eher zum Ergometer als zum Heimtrainer tendieren. Auch Details wie das Anbringen des eigenen Radsattels oder von professionellen Klickpedalen sorgen für ein beinah echtes Outdoorfeeling beim Indoortraining. Rennsattel, Klickpedale, Wattanzeige und dazu noch eine störungsfreie und genaue Herzfrequenzanzeige machen ein Training erst so richtig perfekt.

Der Ergometer und das Herz …

Zur Messung der Herzfrequenz ist eigentlich nur zu sagen, dass eine Messung via Brustgurt Genauigkeit und Verlässlichkeit versprechen und auch einhalten, während die Messmethoden der günstigeren Geräte (zum Beispiel Handsensoren oder Ohrclip) zwar billiger sind aber in keiner Weise genau. Oftmals sind die etwas besseren Ergometer auch kompatibel mit den Herzfrequenzmessern des bekannten und professionellen Herstellers Polar.

Welche (vorinstallierten) Programme sind wirklich sinnvoll …

Gehen wir doch mal ganz weg von Herz und Watt und begeben uns zu den meist schon vorinstallierten Trainingsprogrammen der Rad-Ergometer. Programme, basierend auf Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit und Fettverbrennung, sind allesamt nur ungenaue Werte und können bedenkenlos weggelassen werden. Nur ein auf die persönlichen Werte (Puls, Größe, Gewicht, Pulsgrenzen usw.) abgestimmtes Trainingsprogramm hat einen Nutzen. Meist geben die Hersteller gewisse Formeln zur Findung von Maximal- und Minimal-Pulswerten (220 minus Lebensalter zum Beispiel), diese Formeln haben so ziemlich gar nichts mit den persönlichen Werten zu tun und sollten somit auch nicht als Trainingshintergrund dienen. Haben sollte ein Ergometer auf jeden Fall aber
Trainingsprogramme zum drehzahlunabhängigen Training nach Watt und nach HF (Herzfrequenz). Auf alle sonstigen Programme kann man bedenkenlos verzichten.

Der Ergometer radelt in die virtuelle Zukunft …

Was allerdings die neue Generation an Ergometer hat, ist die Anbindung an das Internet oder die Netzwerkanbindung an den heimischen PC. Vorteil hierbei ist eindeutig die Vielseitigkeit der Trainingsmöglichkeiten. Ob das Training oder das virtuelle Radrennen gegen einen Partner aus dem Web oder das Abfahren der virtuellen Königsetappe Alpe d` Huez der Tour de France – mit den neuesten Modellen kann man definitiv mehr Abwechslung in das tägliche Ergometer-Training bringen. Ein Vorteil, welcher gerade bei den leistungsorientierten Sportlern für Anerkennung sorgt. Denn, wer täglich seine zig Kilometer auf dem Ergometer abradelt, der ist um eine Abwechslung mehr als nur dankbar. Ein Plus ist dann noch, wenn der Sportler die Möglichkeit hat, sein eigenes Training (HF, Strecke usw.) als Programm abzuspeichern. Ebenso sollte der Ergometer eine einfache und stufenlose Widerstandsregulierung zulassen.

Schlussetappe des Ergometers …

Wenn wir alle verwendeten Daten mal zusammenfassen und ein „Fazit“ herausfiltern, so kann man Folgendes festhalten:
Die Entscheidung Fahrrad-Heimtrainer oder Rad-Ergometer fällt eindeutig zugunsten des Ergometers aus. Angefangen bei der Art und Effektivität des Trainings (Schwungmasse, HF-Training, Trainingsprogramme) über das eventuelle optionale Zubehör (Rennsattel, Klickpedale, HF-Messung mittels Brustgurt usw.) bis hin zum „drum herum“ (Internet- und Netzwerkanschluss, Software mit Streckenabwechslung usw.) macht der Rad-Ergometer in allen Bereiche mehr Punkte. Zwar steht am Anfang ein höherer Betrag auf dem Preisschild, doch dankt es einem die Gesundheit, die Abwechslung und der Spaß auf jeden Fall mit der Zeit. Auf einem Fahrrad-Heimtrainer verliert man dann doch meist schnell die Lust – was beim Rad-Ergometer übersprungen werden kann.
Mit einem Rad-Ergometer kann die kalte Jahreszeit zu so mancher hitzigen Etappe führen!

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